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Ratgeber · Energie & Kosten

Steigende Energiepreise 2026: Was Eigentümer, Vermieter und Käufer jetzt wissen müssen

Seit dem Iran-Krieg und den Störungen in der Straße von Hormus sind Heizöl und Gas für Neukunden so teuer wie lange nicht. Dieser Ratgeber ordnet die aktuellen Preise ein und zeigt, was das für Eigentümer, Vermieter, Käufer und Verkäufer bedeutet.

Von Carsten Amtmann

Der Herbst 2026 beginnt mit hohen Energiepreisen. Heizöl kostet fast doppelt so viel wie vor einem Jahr, Gas ist für Neukunden deutlich teurer geworden, und auch Strom ist nicht billiger. Für Eigentümer, Vermieter und Kaufinteressenten heißt das: Die Energiekosten werden wieder zu einem wichtigen Thema bei Nebenkosten, Vermietung und Kaufentscheidung.

Stand der Zahlen: 21. Oktober 2026. Die Preise ändern sich laufend; alle Angaben sind Durchschnittswerte von Vergleichsportalen und Marktberichten.

Was ist passiert?

Seit Ende Februar 2026 herrscht Krieg mit dem Iran. Er betrifft die Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases (LNG) transportiert wird. Angriffe auf Handelsschiffe und weniger Lieferungen aus der Golfregion haben die Preise nach oben getrieben:

  • Ölpreis (Brent): am 20. Oktober 2026 zeitweise rund 112 US-Dollar je Barrel – höchster Stand seit etwa fünf Monaten.
  • Europäischer Gaspreis: zeitweise rund 59 Euro je Megawattstunde.
  • Die Fördermengen am Golf erholen sich zwar langsam, die Unsicherheit bleibt aber hoch.

Aktuelle Preise im Überblick

Energieträger Aktueller Preis (ca.) Veränderung zum Vorjahr
Heizöl rund 170 € je 100 Liter etwa +84 %
Gas, Neukunden 12,6–12,8 ct/kWh deutlich höher (je nach Portal bis +45 %)
Gas, Bestandskunden rund 11,8 ct/kWh leicht gesunken
Gas, Grundversorgung rund 13,6 ct/kWh gestiegen
Strom, Neukunden rund 31 ct/kWh etwa +13 %
Strom, Grundversorgung rund 40 ct/kWh gestiegen

Auffällig: Bestandskunden mit älteren Verträgen zahlen bei Gas teils noch weniger als vor einem Jahr. Viele Versorger geben die höheren Einkaufspreise aber mit Verzögerung weiter – Preiserhöhungen zum Jahreswechsel sind wahrscheinlich.

CO2-Preis 2027: keine zusätzliche Erhöhung

Ein Lichtblick: Der Bundestag hat im Oktober 2026 beschlossen, dass der nationale CO2-Preis 2027 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne bleibt – also auf dem Niveau von 2026. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Bei 65 Euro je Tonne macht der CO2-Preis etwa aus:

  • Heizöl: rund 20,5 Cent je Liter (bei 2.000 Litern im Jahr rund 410 €),
  • Erdgas: rund 1,55 Cent je kWh.

Der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) startet nach aktuellem Stand erst 2028. Ab dann bildet sich der CO2-Preis am Markt – deutliche Steigerungen sind möglich.

Strom: weniger Entlastung bei den Netzentgelten

Seit 2026 ist die Gasspeicherumlage weggefallen, und der Bund bezuschusst die Netzentgelte. Für 2027 ist der Zuschuss nach dem Regierungsentwurf aber kleiner (rund 5,5 statt 6,5 Milliarden Euro). Die Entlastung beim Strompreis fällt damit voraussichtlich etwas geringer aus. Eine Senkung der Stromsteuer für private Haushalte ist derzeit nicht absehbar.

Was bedeutet das für Vermieter?

  1. Nebenkostenvorauszahlungen prüfen. Wer mit Öl oder Gas heizt, sollte die Vorauszahlungen der Mieter mit den aktuellen Preisen vergleichen. Nach einer Betriebskostenabrechnung ist eine Anpassung möglich (§ 560 BGB); eine freiwillige Erhöhung im Einvernehmen vermeidet hohe Nachzahlungen.
  2. CO2-Kosten richtig aufteilen. Nach dem CO2-Kostenaufteilungsgesetz trägt der Vermieter je nach Energieeffizienz des Gebäudes bis zu 95 % der CO2-Kosten. Je schlechter das Gebäude, desto höher der Vermieteranteil.
  3. Mieter informieren. Ein kurzer Hinweis auf steigende Heizkosten und Spartipps beugt Ärger bei der Abrechnung vor.
  4. Heizöl clever kaufen. Bei Ölheizungen lohnt es sich, Preise zu beobachten und nicht unter Zeitdruck nachzutanken. Bei Mehrfamilienhäusern kann eine Sammelbestellung günstiger sein.

Was bedeutet das für Eigentümer und Selbstnutzer?

  • Verträge vergleichen: Wer noch in der Grundversorgung ist, zahlt meist am meisten. Ein Anbieterwechsel kann sich lohnen – aber auf Preisgarantie und Laufzeit achten.
  • Abschläge anpassen: Lieber jetzt etwas mehr zahlen als im nächsten Jahr eine hohe Nachzahlung.
  • Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung: hydraulischer Abgleich, Heizungsoptimierung, Dämmung der obersten Geschossdecke, Rohrdämmung im Keller.
  • Größere Sanierung planen: Heizungstausch, Fenster, Fassade – dafür gibt es Förderprogramme (BEG über BAFA und KfW). Die Förderbedingungen ändern sich häufig, deshalb vor dem Auftrag aktuell prüfen.

Was bedeutet das für Käufer und Verkäufer?

Energiekosten sind beim Immobilienkauf wieder ein Preisargument:

  • Käufer rechnen die laufenden Kosten mit ein. Ein unsaniertes Haus mit alter Öl- oder Gasheizung wird mit Sanierungskosten gegengerechnet – das drückt den Preis.
  • Energieeffiziente Objekte (gute Energieklasse, Wärmepumpe, gedämmt) sind stärker gefragt und lassen sich leichter verkaufen und vermieten.
  • Verkäufer sollten die Energiedaten ehrlich und vollständig vorlegen. Der Energieausweis ist Pflicht und muss schon in der Anzeige genannt werden. Belege über erfolgte Modernisierungen (neue Heizung, Fenster, Dämmung) stärken die Verhandlungsposition.
  • Wer überlegt, vor dem Verkauf noch zu sanieren, sollte vorher prüfen lassen, ob sich das im Kaufpreis wirklich wiederfindet. Oft ist ein Verkauf „wie gesehen“ mit klarer Kostenschätzung für den Käufer der bessere Weg.

Wie sich der Energiezustand konkret auf den Wert Ihrer Immobilie auswirkt, zeigt eine Immobilienbewertung.

Kurz zusammengefasst

  • Heizöl kostet rund 170 € je 100 Liter, etwa 84 % mehr als vor einem Jahr; Gas ist für Neukunden deutlich teurer.
  • Hauptursache: Iran-Krieg und Störungen in der Straße von Hormus seit Februar 2026.
  • Der CO2-Preis bleibt 2027 bei 55–65 €/t; der europäische Emissionshandel (ETS 2) folgt 2028.
  • Beim Strom fällt die Entlastung über die Netzentgelte 2027 etwas geringer aus.
  • Vermieter sollten Vorauszahlungen prüfen und die CO2-Kostenaufteilung beachten.
  • Energieeffizienz wird beim Kauf und Verkauf zum wichtigen Preisfaktor.

Häufige Fragen

Warum sind Heizöl und Gas 2026 so stark gestiegen?

Haupttreiber ist der Krieg mit dem Iran seit Ende Februar 2026. Er stört den Tankerverkehr durch die Straße von Hormus, über die ein großer Teil des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases läuft. Der Ölpreis (Brent) lag im Oktober 2026 zeitweise wieder über 110 US-Dollar je Barrel, der europäische Gaspreis stieg zeitweise auf rund 59 Euro je Megawattstunde.

Was kosten Heizöl, Gas und Strom aktuell?

Stand Mitte Oktober 2026 (Vergleichsportale, Durchschnittswerte): Heizöl rund 170 Euro je 100 Liter, etwa 84 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gas für Neukunden rund 12,6 bis 12,8 Cent je kWh, in der Grundversorgung rund 13,6 Cent. Strom für Neukunden rund 31 Cent je kWh, in der Grundversorgung rund 40 Cent. Die Werte schwanken je nach Region, Anbieter und Verbrauch.

Steigt der CO2-Preis 2027?

Nach dem Beschluss des Bundestags vom Oktober 2026 bleibt der nationale CO2-Preis 2027 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, also auf dem Niveau von 2026. Bei 65 Euro sind das rund 20,5 Cent je Liter Heizöl und rund 1,55 Cent je kWh Erdgas inklusive Mehrwertsteuer. Der europäische Emissionshandel für Gebäude (ETS 2) startet erst 2028.

Wer zahlt den CO2-Preis – Mieter oder Vermieter?

Das regelt das CO2-Kostenaufteilungsgesetz nach einem Stufenmodell. Maßgeblich ist der CO2-Ausstoß des Gebäudes je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr: Unter 12 kg trägt der Mieter die Kosten allein, ab 52 kg trägt der Vermieter 95 Prozent. Dazwischen steigt der Vermieteranteil in Zehnerschritten. Die Aufteilung erfolgt in der Heizkostenabrechnung.

Sollten Vermieter jetzt die Nebenkostenvorauszahlung erhöhen?

Eine Anpassung ist nach einer Betriebskostenabrechnung möglich, wenn sie sich an den tatsächlichen Kosten orientiert (§ 560 BGB). Viele Vermieter vereinbaren mit Mietern auch freiwillig eine höhere Vorauszahlung, damit es bei der nächsten Abrechnung keine hohe Nachzahlung gibt. Das schützt beide Seiten.

Beeinflussen die Energiepreise den Wert meiner Immobilie?

Ja, zunehmend. Käufer und Banken achten stärker auf Energieklasse, Heizungsart und Dämmung, weil sie die laufenden Kosten direkt spüren. Unsanierte Häuser mit Öl- oder alter Gasheizung erzielen eher Preisabschläge, energieeffiziente Objekte sind gefragter. Wie groß der Unterschied im Einzelfall ist, zeigt eine Bewertung.

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