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Ratgeber · Unterlagen

Unterlagen für den Immobilienverkauf: Die vollständige Checkliste

Vollständige Unterlagen beschleunigen den Verkauf, schaffen Vertrauen und sind Voraussetzung für die Finanzierung des Käufers. Diese Checkliste zeigt, was Sie für Haus und Eigentumswohnung brauchen, wo Sie die Dokumente bekommen und worauf Sie achten sollten.

Von Carsten Amtmann

Vollständige Unterlagen sind beim Immobilienverkauf mehr als Formsache. Käufer brauchen sie für ihre Entscheidung, Banken für die Finanzierung und der Notar für den Kaufvertrag. Wer früh alles zusammen hat, verkauft schneller, verhandelt besser und vermeidet Ärger nach dem Verkauf.

Checkliste für alle Immobilien

Unterlage Wo erhältlich Hinweis
Grundbuchauszug Grundbuchamt (Amtsgericht) oder Notar möglichst aktuell; 10 € einfach, 20 € beglaubigt
Flurkarte (Liegenschaftskarte) Amt für Bodenmanagement, teils online zeigt Grenzen und Lage des Grundstücks
Energieausweis Energieberater, Architekt, Schornsteinfeger Pflicht ab Anzeige – siehe Energieausweis
Grundrisse, Schnitte, Ansichten eigene Unterlagen oder Bauakte möglichst mit Maßen
Wohnflächenberechnung eigene Unterlagen, Architekt nach Wohnflächenverordnung – siehe Wohnfläche berechnen
Baugenehmigung und Baubeschreibung Bauaufsichtsbehörde (Bauakte) wichtig bei An- und Umbauten
Baulastenauskunft Bauaufsichtsbehörde in Hessen gibt es ein Baulastenverzeichnis
Grundsteuerbescheid eigene Unterlagen zeigt die laufende Belastung
Gebäudeversicherung eigene Unterlagen Police und Beitrag
Modernisierungsnachweise eigene Unterlagen Rechnungen für Heizung, Dach, Fenster, Dämmung
Wartungsnachweise eigene Unterlagen Heizung, Schornsteinfeger, Rauchmelder

Zusätzlich bei Eigentumswohnungen

Bei einer Eigentumswohnung prüfen Käufer und Banken besonders die Gemeinschaft. Diese Unterlagen bekommen Sie von der Hausverwaltung:

  • Teilungserklärung mit Aufteilungsplan und Gemeinschaftsordnung,
  • Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten drei Jahre,
  • Beschluss-Sammlung,
  • aktueller Wirtschaftsplan und letzte Jahresabrechnung,
  • Höhe der Erhaltungsrücklage und des monatlichen Hausgelds,
  • Informationen zu geplanten Sanierungen oder Sonderumlagen,
  • Name und Kontakt der Hausverwaltung, Verwaltervertrag.

Geplante Maßnahmen wie Dach- oder Fassadensanierung sollten Sie offen ansprechen. Verschwiegene Beschlüsse können später zu Schadenersatzforderungen führen.

Zusätzlich bei vermieteten Immobilien

  • Mietverträge mit allen Nachträgen,
  • Mieterliste mit Kaltmiete, Nebenkosten und Kaution,
  • die letzten Nebenkostenabrechnungen,
  • Nachweise über Mieterhöhungen.

Mehr dazu im Ratgeber Vermietete Immobilie verkaufen.

Zusätzlich in besonderen Situationen

Situation Zusätzliche Unterlagen
Erbschaft Erbschein oder notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll
Laufender Kredit aktuelle Restschuld, Kontakt der Bank – siehe Verkauf mit laufendem Kredit
Wohnrecht oder Nießbrauch Bewilligung, Grundbucheintrag – siehe Nießbrauch und Wohnrecht
Erbbaurecht Erbbaurechtsvertrag, Höhe des Erbbauzinses
Betreuung oder Vollmacht Betreuerausweis, Vorsorgevollmacht, ggf. Genehmigung des Betreuungsgerichts

Typische Lücken und wie Sie sie schließen

Fehlende Baupläne: Fragen Sie bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde nach der Bauakte. Bei älteren Häusern fehlen dort manchmal Unterlagen zu späteren Anbauten. Dann kann ein Architekt die Pläne neu aufnehmen.

Nicht genehmigte Umbauten: Ein ausgebauter Dachboden, ein Wintergarten oder eine Garage ohne Genehmigung kann den Verkauf erschweren. Klären Sie früh, ob eine nachträgliche Genehmigung möglich ist, und weisen Sie Käufer offen darauf hin.

Abweichende Wohnfläche: Stimmen Angaben in alten Unterlagen nicht mit der Wirklichkeit überein, lassen Sie neu messen. Eine falsche Wohnfläche im Exposé kann teuer werden.

Alte Grundschulden: Steht noch eine Grundschuld im Grundbuch, obwohl der Kredit abbezahlt ist, besorgen Sie die Löschungsbewilligung der Bank rechtzeitig.

Datenschutz beim Exposé

Nicht jede Unterlage gehört sofort an alle Interessenten. Bewährt hat sich ein gestuftes Vorgehen: Exposé mit Grundriss und Energiekennwerten für alle, Grundbuchauszug, Protokolle und Mieterdaten erst für ernsthafte Interessenten mit Finanzierungsnachweis.

Kurz zusammengefasst

  • Grundbuchauszug, Flurkarte, Energieausweis, Grundrisse und Wohnflächenberechnung braucht jeder Verkauf.
  • Bei Eigentumswohnungen kommen Teilungserklärung, Protokolle, Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung dazu.
  • Bei Vermietung: Mietverträge, Mieterliste, Nebenkostenabrechnungen.
  • Lücken früh schließen – Behörden brauchen oft mehrere Wochen.
  • Sensible Unterlagen erst an ernsthafte Interessenten geben.

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Häufige Fragen

Welche Unterlagen brauche ich mindestens für den Verkauf?

Unverzichtbar sind ein aktueller Grundbuchauszug, der Energieausweis, eine Flurkarte, Grundrisse mit Wohnflächenberechnung und bei Eigentumswohnungen die Teilungserklärung sowie die Unterlagen der Eigentümergemeinschaft. Ohne diese Dokumente bekommt der Käufer in der Regel keine Finanzierungszusage.

Wo bekomme ich einen Grundbuchauszug?

Beim Grundbuchamt des zuständigen Amtsgerichts oder bei einem Notar. Als Eigentümer haben Sie immer Anspruch auf Einsicht. Ein einfacher Ausdruck kostet 10 Euro, ein beglaubigter 20 Euro.

Was mache ich, wenn Baupläne fehlen?

Fragen Sie bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde nach der Bauakte. Dort liegen oft Baugenehmigung, Pläne und Statik. Fehlt auch dort etwas, kann ein Architekt oder Vermesser Grundrisse und Wohnfläche neu erstellen. Das kostet Geld, macht den Verkauf aber deutlich leichter.

Welche Unterlagen brauche ich zusätzlich bei einer Eigentumswohnung?

Teilungserklärung mit Aufteilungsplan, Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten drei Jahre, Beschluss-Sammlung, aktueller Wirtschaftsplan, letzte Jahresabrechnung, Höhe der Erhaltungsrücklage und die Hausgeldhöhe. Diese Unterlagen bekommen Sie von der Hausverwaltung.

Wie lange vor dem Verkauf sollte ich die Unterlagen besorgen?

Am besten vor dem Start der Vermarktung. Manche Behörden brauchen mehrere Wochen, etwa für die Bauakte oder Auskünfte zu Baulasten. Wer alles vorliegen hat, kann Interessenten sofort ein vollständiges Exposé geben und verliert keine Zeit.

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